13) Der Motivationsmuskel und das Muffins-und-Radischen-Experiment!

© Katrin Lübeck

Warum brauchst du öfters mal eine „Muffinpause“ und was ist das überhaupt? Wundere dich nicht, heute gebrauche ich mal lauter gustatorische Metaphern🤗
Es heißt: „Wenn das Leben dir Zitronen schickt, mach Limonade daraus.“
Das stimmt ja auch grundsätzlich, aber eben nicht immer, wie ein Experiment herausfand.

Ich habe dazu übrigens auch ein Youtube-Video für dich!
Mehr infos dazu findest du in diesem spannenden Buch: Kas Bas: „Ich weiß nicht, was ich wollen sollte“)

Wie lief das Experiment ab?
Eine Gruppe wurde in zwei Räume aufgeteilt. Dort standen jeweils eine Schale mit herrlich duftenden, frischen Muffins und daneben eine Schale mit Radieschen auf dem Tisch.

Der einen Gruppe wurde gesagt, dass sie nur die Muffins essen sollen. Sie hatten damit wenig Probleme! Die andere Gruppe hingegen sollte nur die Radieschen essen und die leckeren Muffins ignorieren. Dies mag ja bis zum 5. oder 6. Radieschen, besonders wenn man Vegetarier ist, noch ganz gut klappen. Aber irgendwann würde man gerne zum duftenden Gebäck greifen 🤗

Und genau das wollte das Experiment messen, nämlich wie ist es um Motivation und Frustrationsgrenze bestellt? Anschließend nämlich bekamen beide Gruppen den Geduldsfaden-Test. Sie sollten eine unlösbare mathematische Aufgabe lösen. Das gelang natürlich nicht und die Wissenschaftler konnten nun beobachten, wie die beiden Gruppen auf diesen Frust reagierten. Während die Muffingruppe ganz locker ans Werk ging und nach kurzer Zeit axelzuckend aufgab und sagte: „Sorry, geht nicht!“, gab es bei der Radieschen-Gruppe eklatante Ausbrüche in verschiedene Richtungen bis hin zu richtigen Wutanfällen: „Behalten Sie ihre bescheuerten Tests! Ich hab jetzt genug davon!“ 

Dies ist eine zwar nachvollziehbare, aber doch recht heftige Reaktion, wenn man bedenkt, dass sie ja „nur“ die Muffins nicht essen durften. Aus diesem Experiment entsteht eine meiner Meinung nach sehr wichtige Erkenntnis: 

Was lernst du daraus?
Motivation und Geduld ist wie ein Muskel, dessen Kraft erlahmen kann. Wenn unsere Geduld aufgebraucht ist, rasten wir selbst bei völlig unbedeutenden Kleinigkeiten aus, beispielsweise wenn uns jemand den Parkplatz wegnimmt, oder mein Kind seine Schnürsenkel nicht schnell genug bindet. Dies erklärt, warum Menschen manchmal heftige Wutausbrüche zeigen, förmlich aus dem Hemd springen, von denen man das gar nicht erwartet hätte. Auch von sich selbst nicht! 

Wie kann das passieren? Aus NLP und psychologischer Sicht ist die Erklärung ganz einfach: eine solchermaßen übertriebene Reaktion deutet auf einen überstarken „Antreiber“ (*aus der TA) haben, der keine Rücksicht nimmt auf unseren „somatischen Marker“ (A.Damasio), der immerzu signalisiert, wenn wir in den Unlustbereich driften. Beispielsweise Perfektionismus oder überstarker Leistungswille.
Es gibt fünf Antreiber: Perfekt sein, stark sein, nett sein, schnell sein und sich anstrengen. Diese Antreiber verhindern, dass wir in uns hineinspüren und die jeweilige Grenze erkennen. Sie tun dies, um uns zu schützen vor Strafe und negativen Konsequenzen. Aber je mehr wir durch Lustverzicht in den „Stuck State“ geraten, desto weniger werden wir uns unseres Bauchgefühls bewusst. So geraten wir in einen Notzustand, bekommen den Tunnelblick und laufen immer schneller im Hamsterrad. Wir meinen, durch noch mehr Leistung und noch mehr Perfektionismus aussteigen oder an irgendein Ende geraten zu können. Dies tritt aber nicht ein, da der dazu notwendige Abstand zu sich selbst und der freundliche Blick auf uns fehlt.
Das nenne ich im Seminar humorvoll den „Radieschenstate“🤗

Was ist die Lösung dieses Dilemmas? Eigentlich ganz einfach, wir müssen mehr „Muffinpausen“ über den Tag verteilt einbauen. Um den Antreiber zu überlisten, müssen wir das ganz strategisch und diszipliniert tun. Also eine perfekte Planung des zivilen Ungehorsam. 

Damit hast du die perfekte Ausrede, wenn du einmal dein inneres, wildes freies Kind rauslässt, dir etwas Gutes gönnst und einfach mal abschaltest und nur noch das tust, was dir Spaß macht. Davon profitierst nicht nur du, sondern auch deine ganze Umgebung. Du wirst wieder munter und bist belastbarer als zuvor. Und bist dir selbst und anderen gegenüber gnädiger und hast dein Geduld Reservoire und deine Motivation wieder aufgeladen. Was so ein kleines Experiment doch alles an wichtigen Erkenntnissen hervorbringen kann, finde ich immer wieder faszinierend. 

Wo kannst du mehr lernen?
Solche und andere wesentliche Erkenntnisse vermittle ich dir gerne in meinen Trainings und im Einzelcoaching. Meine Teilnehmer und Coachees schätzen die Klarheit und Leichtigkeit, die sie durch solche Art von Erkenntnissen erhalten sehr. Es ist mir ein großes Anliegen, mein in den letzten 30 Jahren angesammeltes Wissen um die Zusammenhänge psychischer Faktoren in die Welt zu bringen. Besonders liegen mir dabei die „braven“ Töchter und Söhne am Herzen, die sich keine Muffinpause gönnen, weil sie glauben, dass ihnen das nicht zusteht. 

Wenn du dich hierin erkennst, nimm gerne Kontakt zu mir auf:-) Am einfachsten, indem du auf die rechte Terminspalte schaust und dir den nächsten Kennenlernen-Termin raussuchst aus den “Info-Workshops” oder den “Coaching-Clubs”!